Beste Hilfen für die Filmarbeit in der Schule

Was heisst Medienkultur in der Schule? Welche Filme eignen sich für den Einsatz? Wo gibt es Vorvisionierungen? Wie kommen Klasse günstig ins Kino? Wo gibt es Unterlagen zur Arbeit im Unterricht? Worauf ist beim Filmgespräch zu achten? Wie kann man Filmschaffende einladen? So und ähnlich lauten die Fragen, wenn man in der Schule Filmbildung betreiben will. – Die besten Antworten auf diese Fragen liefert den Lehrkräften aller Stufen «Kinokultur in der Schule».

Seit 2009 gibt es die Institution «Kinokultur in der Schule» mit der Website www.kinokultur.ch, wo vielfältige Hilfen für die medienpädagogische Arbeit angeboten und die obigen Fragen beantwortet werden. Um Schülerinnen und Schüler für eine Auseinandersetzung mit Filmen zu motivieren, empfiehlt die gemeinnützige Stiftung Kinofilme, vor allem aus der Schweiz, den Jugendlichen zu zeigen und sich im Unterricht damit vertieft, persönlich und sachlich, auseinanderzusetzen. Dazu werden Dienstleistungen angeboten: kostenlose Unterrichtsmaterialien ab Internet, Organisation von Schulvorstellungen, vorgängige Kinobesuche für Lehrkräfte, Begegnungen mit Personen, die an den Filmen beteiligt waren, einen Newsletter, der über das aktuelle Angebot informiert – und dies alles gratis und ohne viel Umtriebe.

Regelmässig leitet und organisiert «Kinokultur in der Schule» Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen im Bereich Filmbildung. Demnächst lanciert sie «film-up», einen Cineclub für Jugendliche, in dem diese sich über Social Media und live mit aktuellen Kinofilmen und Filmschaffenden kritisch auseinandersetzen können.

2014 vermittelte «Kinokultur in der Schule», ergänzt durch «educa.ch», für etwa 11’000 Kinder und Jugendliche über 90 Filmvorführungen. Die Schuldossiers, 10- bis 30-seitige Dokumentationen, wurden etwa 2000-mal heruntergeladen. Die Ergebnisse einer externen Evaluation fallen durchwegs positiv aus. Lehrpersonen wünschen, dass es die Einrichtung mit ihren Projekten weiter gibt, damit ihre Klassen auch in Zukunft von diesen Diensten profitieren können, dass ihnen weiterhin die informativen und didaktisch aufgearbeiteten Schuldossiers als Downloads zur Verfügung stehen.

Filme, zu denen es Schuldossiers gibt

Bis heute wurden zu 58 Filmen für Kinder und/oder Jugendliche Schuldossiers erstellt und im Internet zum Herunterladen angeboten. Unter anderen für folgende Filme: «Amateur Teens» (im Schulblatt besprochen), «Schellen-Ursli» (Schulblatt), «Die Demokratie ist los!» «Bouboule» (Schulblatt), «Chrieg», «Der Kreis», «ThuleTuvalu», «Cure – das Leben einer Anderen», «L'abri», «Vielen Dank für Nichts», «Neuland» (Schulblatt), «Der Goalie bin Ig», «Akte Grüninger», «Watermarks», «Die Schwarzen Brüder», «Die Reise zum sichersten Ort der Erde», «s'Chline Gspängst», «On The Way to School» (Schulblatt), «Boys Are Us», «Tutti Giù», «Clara und das Geheimnis der Bären» (Schulblatt), «Thorberg», «More Than Honey» (Schulblatt), «Messies – ein schönes Chaos», «Bottled Life», «Silberwald», «Narben der Gewalt», «Puppe», «Vol spécial», «Mit dem Bauch durch die Wand», «Manipulation», «Stationspiraten», «Beyond This Place», «Hüllen», «Cleveland versus Wall Street», «How About Love», «Der kleine Nick», «Plastic Planet», «Zimmer 202 – Peter Bichsel in Paris», «Der Grosse Kater», «Space Tourists», «La Forteresse» und «Max Frisch, Citoyen» (Schulblatt)

Kursangebote im Rahmen der Solothurner Filmtage

«Kinokultur in der Schule» und das Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich bieten regelmässig Filmbildungskurse an, den Nächsten anlässlich der 51. Solothurner Filmtagen von Freitag, 22., bis Sonntag, 24. Januar 2016. Sie sind bestimmt für Lehrpersonen von Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen. Im cinephilen Umfeld der Werkschau des Schweizer Films erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Kenntnisse über den Film zu erweitern und in die Welt des Schweizer Films einzutauchen. Unter fachkundiger Leitung des Filmwissenschaftlers Till Brockmann werden die Teilnehmenden in die Filmsprache eingeführt. Sie diskutieren ausgewählte Schweizer Filme aus dem Festivalprogramm, vertiefen ihr Wissen über das einheimische Filmschaffen und lernen didaktischen Möglichkeiten für die Arbeit im Klassenzimmer kennen. Mit einer in der Kurspauschale inbegriffenen Wochenkarte können die Teilnehmenden während der ganzen Dauer der Filmtage alle Programme und Anlässe kostenlos besuchen und Filmschaffenden vor Ort begegnen.

Selbst seit den 60er Jahren in der Medienerziehung tätig, kann ich die Bedeutung dieser neuen, zeitgemässen Einrichtung im Umfeld der Medienpädagogik gut beurteilen: «Kinokultur in der Schule» leistet beste Hilfe an die Schulen, welche Filmbildung betreiben und betreiben wollen. Sinnvollerweise pflegt in jedem Schulhaus jemand den Kontakt mit dieser Stelle und informiert die Kolleginnen und Kollegen über die neuen Möglichkeiten. «Kinokultur in der Schule» ist für die deutsche Schweiz ein unverzichtbares Angebot für eine praktizierte Filmkultur in der Volksschule.

Leitung und Kontakt

Zwei Personen leiten «Kinokultur in der Schule»: organisieren, informieren, redigieren und beraten.

Heinz Urben. Er ist Primarlehrer, hat Germanistik, Philosophie und Publizistik studiert, war Mitglied der Geschäftsleitung und der Auswahl- und Programmkommission der Solothurner Filmtage, war in der Redaktions- und Produktionsleitung des Katalogs, Autor und Produzent von über vierzig Lehrmitteln. 1990 gründete er die Firma «achaos Bildung & Information», seit 2009 ist er Co-Leiter von «Kinokultur in der Schule».

Ruth Köppl. Sie studierte Germanistik, Filmwissenschaft und Soziologie an der Universität Zürich, war Mitarbeiterin verschiedener Filmfestivals, so den Oberhausener Kurzfilmtagen, bei Fantoche, den Kurzfilmtagen Winterthur und wurde Festangestellte der Geschäftsstelle der Solothurner Filmtage für den Bereich Schulvorführungen, Koproduktionen, Prix Pathé. Seit 2009 ist sie Co-Leiterin von «Kinokultur in der Schule».

Kontakt. Untere Steingrubenstrasse 19, 4500 Solothurn, Tel. & Fax 0041 (0)32 623 57 07, Mobile 0041 (0)77 419 32 94, info@kinokultur.ch, http://www.kinokultur.ch