Die Solothurner Filmtage haben Zukunft

Die 50. Solothurner Filmtage sind vorbei. Deren Fortsetzung macht nach der jeweils anschliessenden Auswertung Sinn und ist notwendig.

SFT 2015 01 24

Die Solothurner Jubiläums-Filmtage sind mit dem erwarteten Rekord von 67‘000 Besuchern, 2‘000 mehr als im Vorjahr, mit der alljährlichen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Schweizer Film und deren wohlwollender Würdigung in der Presse zu Ende gegangen. Negativ hervorgetan hat sich in den Medien lediglich Christian Jungen, der Filmredaktor der «NZZ am Sonntag» mit einem Artikel unter einem ganzseitigen Titel über die Abschaffung der überflüssigen Filmtage. Er schreibt ohne nachvollziehbare objektive Begründung. Persönlich vermute ich, dass seine privaten Gründe im Folgenden zu finden sind: Erstens wird wahrgenommen, wer vor den Filmtagen mit einer solchen Provokation auftritt; ob diese Form jedoch einer NZZ ansteht? Zweitens will er wohl das Zürcher Glamour-Filmfestival, mit dem er liiert ist, an Stelle der Solothurner Filmtage in den Vordergrund promoten. Dritten versucht er die vierteljährlich erscheinende Hochglanz-Filmzeitschrift «frame», deren Chefredaktor er ist, hochzujubeln. Dort gibt es mehr Geld und Glamour.

Sich selbst hinterfragen, gehört zum Business

Die übrige Presse hat viel Lobenswertes und Diskussionswürdiges an den 50. Solothurner Filmtagen gesehen und besprochen. Die Direktorin und ihr Team wissen, dass Solothurn immer wieder hinterfragt und neu erfunden werden muss. Dass die Ausgaben nach dem Jubiläum wieder anders sein werden, liegt auf der Hand: für die Besucher und die Verantwortlichen.

Im Seniorweb wurden einige der Filme besprochen, die in Solothurn auf dem Programm standen. Wir freuen uns, dass der vor der Uraufführung hier besprochene Film «Usfahrt Oerlike» von Paul Riniker den Publikumspreis erhalten hat. Weitere Filme, die aufgeführt wurden, werden im Seniorweb ausführlich besprochen, wenn sie ins Kino kommen. Erfreulich war dieses Jahr wiederum festzustellen, dass neben den vielen Jungen auch erstaunlich viele Seniorinnen und Senioren in Solothurn anwesend waren. Es zeigt sich, dass auch die Alten sehen und wissen wollen, was die Jungen denken und fühlen, worüber sie Filme drehen und wie sie die Welt sehen und interpretieren.

Interessierte tragen schon jetzt in ihre Agenda ein: 51. Solothurner Filmtage vom 21. bis 28. Januar 2016.

Titelbild: Seraine Rohrer, die Direktorin der Solothurner Filmtage, auf dem Weg zur nächsten Ausgabe