Loblied und Zerstörung der Natur

Seit der Zeit, als Kulturfilme wie «Die Wüste lebt» in Sonntagsmatineen über die Leinwand flimmerten, hat sich vieles geändert. Solche Filme zeigt heute das Fernsehen. Das Kino bringt Naturfilme nur, wenn darin die Natur in ihrer Grossartigkeit oder wenn deren Zerstörung kritisch dargestellt wird. Aktuell läuft aus jeder Kategorie ein empfehlenswerter Film im Kino

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Seehunde über und unter der Meeroberfläche

«Unsere Ozeane» – ein Loblied der Natur

Bis heute sind die Meere für die Menschen eine Welt voller Geheimnisse und Schönheiten. Der Dokumentarfilm «Unsere Ozeane» von Jacques Perrin und Jacques Cluzaud entführt sein Publikum auf und unter der Meeresoberfläche in ein Reich riesiger Artenvielfalt und Harmonien aus Form, Farbe und Bewegung. Von den Walen, über die Heringsschwärme, die Robben, Haie und Schwertfische, bis hin zu den bizarr geformten Lebewesen der Tiefsee. Ebenso die einmal Angst einflössenden und andermal beruhigenden Landschaften der Wellenmeere. Die Artenvielfalt zeigt sich als bereichernd und notwendig für die Zukunft des blauen Planeten, wie sie sich 2010 auch das UNO-Jahr der Biodiversität zum Ziele setzt, an welchem sich auch Schweizer Schulen beteiligen.

Nach «Nomaden der Lüfte» und «Mikrokosmos» begeben sich die beiden Regisseure mit diesem Film auf die Entdeckungsreise in die weitgehend unerforschte, faszinierende Welt der Ozeane. Vier Jahre Arbeit ergeben 100 Minuten Film. Meeresrauschen, Wellentäler und -berge auf der einen Seite des Wasserspiegels; Fische exotischerer Vielfalt, grosse und kleine, runde und lange auf der andern. Rochen, Tintenfische und Haie, in Formen und Farben, dass einem die Worte fehlen, nur das Staunen bleibt. Der Film bietet weniger «Futter» für «Naturwissenschaftler», mehr für «Erlebnishungrige». Die Namen der Tiere werden kaum genannt. «Eine Hymne auf unseren Planeten und ein Alarmruf», wie Fürst Albert II. von Monaco meint, ist er unbestritten.

Ab Mittelstufe zu empfehlen.

www.unsere-ozeane.de

http://jmhsa.ch/distributions/fr/alaffiche.html

«Die Bucht» (The Cove) – gegen die Zerstörung der Natur

Ric O’Barry trainierte in den 60er Jahren die Delfine der TV-Serie «Flipper», die über Generationen weltweit ihr Publikum begeisterte und den sympathischen Meeressäuger für zahllose Kinder und Eltern zum Objekt ihrer Liebe machte, was ihm schliesslich zum Verhängnis wurde. Delfinarien, Delfin-Shows, Delfin-Tauchgänge und -therapien entstanden als globales Geschäft, womit die Tiere meist denaturiert eingesetzt wurden. Gegen diese Auswüchse kämpft er nun seit 38 Jahren leidenschaftlich. Weltweit und mit andern vernetzt geht er gegen diese marode Geschäftemacherei vor. Im Film «Die Bucht» begibt er sich zusammen mit dem Regisseur Louie Psihoyos auf eine Undercover-Mission: gegen Polizei, lokale Behörden, korrupte Juristen und Politiker sowie die Fischer des japanischen Städtchens Taiji. Denn hier wurden, entgegen jeder internationalen Abmachung, Delfine tonnenweise gefangen, ohne dass die Weltöffentlichkeit davon erfuhr, bis der inzwischen preisgekrönte Film «The Cove» den Skandal publik machte.

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Die Bucht, in welcher verbotenerweise auf Delfine Treibjagd gemacht wird.

In Form eines Öko-Thrillers, verstörend und aufrüttelnd, in der Vorgehensweise vergleichbar mit Michael Moore, packt er die Zuschauer. Dieses wird auf eine Aufklärungs-Reise mitgenommen in einem Bereich, der wichtig und notwendig ist denunziert zu werden. Der Film hat vor Ort die Situation verändert. Das Film-Sehen verändert das Bewusstsein darüber und über weitere Zusammenhänge.

Ab Sekundarstufe I zu empfehlen.

www.diebucht-derfilm.de

www.filmcoopi.ch