Mit Filmen Weltoffenheit fördern

In der Medienpädagogik stellt sich gelegentlich die Frage, ob man im Unterricht z. B. Filme über einen Zeitraum zum Thema macht oder ob man diese situativ eingesetzt und dann auch medienkritisch angeht. Dieser zweite Ansatz empfiehlt sich, weil er von den Lebenswelten der Jugendlichen ausgeht.

Blick man im Unterricht nicht bloss auf die nähere Umgebung, sondern die ganze Welt, also auch die Dritte Welt, so bietet der Verleih trigon-film immer wieder gute Film und nützliche Begleitmaterialien. Neulich drei Filmen, die als DVD erhältlich sind und zu denen umfangreiche, didaktisch fundierte und anregende Dossiers für die Oberstufe, die Berufs- und Mittelschule angeboten werden. Siehe www.trigon-film.org/de/schule

Diese Materialien erlauben es Lehrkräften, ihre Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich ganzheitlich, vernetzt und in vielfältiger Weise handelnd mit den Filmen und mit der Dritten Welt auseinander zu setzen. Die Werke decken die Kontinente Afrika, Asien und Südamerika und wichtigen Themen der Regionen ab.

«Dôlè» – Lebensraum Gabun

Ein junger Filmemacher aus Gabun erzählt die flippige Geschichte einer Jugendbande, die allerhand Schabernack treibt und für edle Zwecke wie die Medikamentenbeschaffung für eine kranke Mutter auch mal die Grenzen der Legalität überschreitet. Ein Film voller Lebensfreude.

«Beijing Bicycle» – Olympiastadt 2008

Junge, die vom Land in die Stadt Peking gezogen sind, müssen Wege finden, zu zweit mit einem Fahrrad auszukommen, das beide dringend brauchen. Der Film bietet eine spannende Einführung in den Alltag der Stadt und in den unheimlichen Wandel, in dem sich die Olympiastadt gegenwärtig befindet.

«Una casa con vista al mar» – Recht und Gerechtigkeit

Ein Vater und sein Sohn träumen in den venezoelanischen Anden vom Meer und kämpfen vor Ort für Gerechtigkeit und Menschenwürde. Hintergrund der Geschichte bilden die Welt eines Grossgrundbesitzers und die Themen Landreform, das Leben in den Bergen und eine berührende Vater-Sohn-Beziehung.

Höchst selten erhält man zu irgendeinem Schulstoff dermassen einfühlsame und phantasievolle Unterlagen für die Unterricht in der Klasse, wie sie trigon-film für diese drei – und auch weitere – Filme herausbringt. Walter Ruggle, dem engagierten Direktor des Verleihs, geht es darum, «Seh-Erfahrungen zu vertiefen und kulturelle Begegnungsmöglichkeiten wahrzunehmen». Er ist überzeugt: «In den Schulen wird die Weltoffenheit mit angelegt.» Solche Medienpakete ermöglichen es, Medienpädagogik praktisch zu realisieren und sich gleichzeitig ganzheitlich mit den Fragen dieser Welt durch Erlebnisse und den Diskurs darüber auseinander zu setzen.