Zwei Filme über die faszinierende, doch höchst bedrohte Natur

Die wunderbare Reise der Meeresschildkröte und die traurige Geschichte des blauen Planeten

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Die wunderbare Reise der Meeresschildkröte

Der Film «Tortuga – Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte» schildert die aufregende Reise einer jungen Meeresschildkröte, ihrem inneren Kompass folgend, um den halben Planeten. Nach ihrer Geburt an einem Strand in Florida lässt sie sich vom Golfstrom in Richtung Arktis treiben, durchschwimmt den Nordatlantik bis nach Afrika und zurück zur Geburtsstätte. Doch die Reise ist gefährlich. Nur eine von tausend Schildkröten überlebt sie.

Der Film von Nick Stringer fasziniert und lässt staunen über Sinn und Ordnung, über die Schönheit und das Wunder des Lebens. Und wenn das Staunen der Anfang der Weisheit ist, kann dieser Film vielleicht beitragen, etwas weiser zu werden.

«Tortuga», auch als DVD erhältlich, ist ab sechs Jahren möglich, doch für eine Verarbeitung in der Schule sinnvoll erst ab Mittel- oder Oberstufe. Zusatz-Informationen finden sich auf www.torguga-derfilm.ch und www.ascot-elite.ch. Der in Dialekt gesprochene Kommentar von Monika Schärer ist wohl als Geste an die Kinder gemeint, obwohl heute bereits ab Kindergarten Standardsprache üblich ist.

… und die traurige Geschichte des blauen Planeten

Der Film «Home – Rendez-vous avec la Planète» nimmt uns mit auf eine Zeit und Raum umspannende Reise um den blauen Planeten mit atemberaubenden Bildern, bewegender Musik und einem schönen Text: beginnend in der Vorzeit um 4,5 Milliarden Jahren, weiter bis zum Erscheinen des Homo sapiens vor etwa 160'000 Jahren, bis heute.

Der Fotograf, Journalist, Reporter und Umweltschützer Yann Artus-Bertrand zeigt mit noch nie gesehenen Luftaufnahmen aus über 50 Ländern die Mutter Erde. Er lässt teilhaben an seiner Faszination für die Natur – aber auch an seiner Sorge um deren Zukunft. Er führt vor, wie sich die Erde in Jahrmilliarden gebildet hat, und der Mensch sie in wenigen Jahrhunderten verändert, vergewaltigt und immer mehr zerstört. Mit seinen Bücher und Ausstellungen wurde er weltberühmt. Mit «Home» schuf er einen informativen und aufwühlenden Film über den Zustand des blauen Planeten. Bildlich wie akustisch fasziniert er. Je grösser die Bewunderung der Schönheit der Erde wird, desto tiefer erschüttern die Szenen der menschlichen Untaten und Schandtaten. Fast nicht mehr zum Aushalten ist dies, denkt man im Lauf des Films, bis er mit dem Satz «Es ist zu spät, um pessimistisch zu sein» (kleine) Schritte aufzeigt, die zu ihrer Rettung gemacht werden können, teilweise auch von Jugendlichen. Denn «wir erben die Erde nicht von unseren Vorfahren, wir leihen sie von unseren Kindern» (Antoine de Saint-Exupéry).

«Home», auch als DVD erhältlich, ist ab Oberstufe zu empfehlen. Er verlangt eine intensive didaktische Bearbeitung. Denn es wäre unverantwortlich, die Kinder in ihrer Ohnmacht angesichts der sich nahenden Unweltkatastrophe allein zu lassen. «Wir sind nicht allmächtig, nicht ohnmächtig, sondern halbmächtig», meint Ruth Cohn in einem ähnlichen Zusammenhang. Im Internet gibt es für den Unterricht www.youtube.com/homeprojectDE und weiteren Websites mit guten Informationen. Zusätzlich bietet das Buch «Home – Wir retten unsere Welt» (ISBN 3868731474), das Arthur-Bertrand zusammen mit Isabelle Delannoy gemacht hat, mit wunderschönen Bildern zur Erinnerung und einem informativen und poetischen Text zur Vertiefung.

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