Der Tod ist ein Arschloch

Wichtiger Film mit provokantem Titel: Eric Wrede und sein Team nehmen uns im Film «Der Tod ist ein Arschloch» mit auf eine schonungslos ehrliche und berührende Reise an den Rand des Lebens. Zwischen Krematorium und Wohnzimmern, Erinnerungen und Gesprächen mit Trauernden schufen Michael Schwarz und Alexander Griesser einen Film, der dem Tod ins Angesicht schaut und einem Publikum, das noch wenig Erfahrung mit dem Sterben hat, weiterhelfen kann. Ab 20. April im Kino
Der Tod ist ein Arschloch

Arbeit mit dem Sarg

Ein Lese-Tipp: Kolumne von Katja Früh, Meine Beerdigung, DAS MAGAZIN, No 16 - 2026. Viel Vergnügen!

Mit Witz, Wärme und viel Empathie stellt der Film die Frage: Warum verdrängen wir das Unvermeidliche so konsequent, und was würde passieren, wenn wir den Tod endlich ins Leben liessen? Eric Wrede öffnet Türen zu einem neuen Umgang mit Abschied, Schmerz und Erinnerung, dabei ist er mal provokant, mal tiefgründig, doch immer menschlich. «Der Tod ist ein Arschloch» ist kein trockener Dokumentarfilm, sondern ein mutiges Porträt über das Sterben in unserer Gesellschaft und ein Plädoyer dafür, lebendig zu leben: erfrischend anders und notwendig.

 

Die nachfolgenden Statements und Kommentare sollen helfen, das im Film Gesehene, Gehörte und Erlebte zu ordnen und zu verarbeiten.

 

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Gaby mit Verwandtem

 

Der Regisseur Michael Schwarz

 

Der für mich völlig überraschende Tod von Jasmin, einer wohnungslosen Frau, hatte mich Mitte 2020 nachhaltig beschäftigt. Ihre Schwester, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr hatte, nahm mit mir Kontakt auf, um zu erfahren, was für ein Mensch Jasmin kurz vor ihrem Tod für mich war. Über diese intimen Gespräche wurde ich Teil dieser schicksalsgeplagten Familie und nahm, als einer von insgesamt nur sieben Trauergästen, an dieser Sozialbestattung teil: eine ernüchternde, deprimierende persönliche Erfahrung. Diese unerwartete Beschäftigung mit dem Tod erinnerte mich an eine Lesung, die ich 2018 besucht hatte. Dort stellte Eric Wrede sein Buch «The End» vor, in dem er einen neuen, anderen Umgang mit Tod und Trauern propagiert. Der Tod ist zwar definitiv ein Arschloch, doch wenn man mit Eric und seinem Team länger Zeit verbringt, verliert er einiges an Schrecken. Genau das wollen wir auch bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern bewirken.

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Einkleiden einer Toten

 

Eric Wrede und seine Kolleginnen

 

Eric Wrede wurde an der ostdeutschen Riviera in Rostock geboren. Nach dem Abitur studiert er Germanistik und Geschichte und haut sich die Nächte als Schallplattenunterhalter um die Ohren. Er taucht immer tiefer in die Musikszene ein und wird schliesslich Musikmanager bei einer Plattenfirma. Irgendwann reicht ihm das aber nicht mehr. Als er eines Tages am Radio die Geschichte vom Trauerbegleiter Fritz Roth hört, macht es Klick. Er entschliesst sich, Bestatter zu werden, lernt das Handwerk in einem klassischen Berliner Betrieb. 2014 gründet er sein eigenes Unternehmen «lebensnah-Bestattungen». Sein Buch «The End – Das Buch vom Tod» wurde ein Bestseller.

 

Maria Schuster: In ihrem ersten Leben war Maria Schauspielerin. Ihre eigentliche Erfüllung hat sie bei «lebensnah» als Bestatterin und Trauerbegleiterin gefunden. Wenn bei Trauerfeiern gesungen wird, dann ist sie es. Angehörigen lieben ihre empathische und natürliche Art, für alle da zu sein.

 

Siv-Marie Wrede: Siv-Marie ist Bestatterin und Trauerbegleiterin. Gemeinsam mit ihrem Bruder leitet sie «lebensnah» in Berlin. Sie macht alles mit Herzblut, ist Tag und Nacht für die Angehörigen da und versetzt so manche Berge, auch wenn die Wünsche noch so unmöglich scheinen.

 

Katja Seydel: Katja hat Kommunikationsmanagement studiert, dann wurde sie Bestatterin und Trauerbegleiterin. Neben dieser Arbeit koordiniert sie die Initiative Kindertrauer Berlin, ist Sterbebegleiterin und Ansprechperson bei Beerdigungen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten.

 

Zwischenruf: Aus dem Gilgamesch-Epos aus dem 3. Jahrtausend v. u. Z.

 

Gilgamesch, wohin läufst du? Das Leben, das du suchst, das unsterbliche, wirst du nicht finden. Als die Götter die Menschen schufen, bestimmten sie den Tod für die Menschen, das ewige Leben behielten sie für sich selbst. Drum, Gilgamesch, iss und trink, fülle dir deinen Leib, Tag und Nacht freue dich nur! Mache dir jeden Tag ein Freudenfest! Freue dich Tag und Nacht bei Harfen, Flöten und Tanz! Sieh froh die Kinder an, die deine Hand erfassen. Freue dich in den Armen des Weibes!

 

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Trauerarbeit in einer Schule

 

Alexander Griesser, Kamera und Produktion

 

Wir sind überzeugt, dass unser Film ein breites, heterogenes und internationales Publikum erreichen wird. Die Themen Tod und Trauer sind so elementar, dass sie das Leben aller Zuschauenden treffen. Hinzu kommt die wachsende Popularität unseres Protagonisten Eric Wrede, der während unserer Dreharbeiten zu einem der bekanntesten Vertreter seiner Branche in Deutschland wurde. Die Stärke unseres Films liegt in der Offenheit und Authentizität unserer Protagonistinnen und Protagonisten, die sich trotz ihres fordernden Berufs ihren Humor bewahrt haben. Auch uns war es wichtig, die Doku bei aller Tragik und Trauer immer wieder mit Humor und Augenzwinkern zu versehen. Am Ende ist «Der Tod ist ein Arschloch» kein tieftrauriger Film über den Tod, sondern ein Film über das Leben.

 

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Auch der Körper hat seine Würde

 

Pressestimmen

 

«Wenn man einen Tag mit Eric Wrede verbringt, verliert der Tod so einiges an Schrecken.»

Süddeutsche Zeitung

 

«Ein wundervoll ehrlicher, menschlicher und dramaturgisch exzellent gebauter Dokumentarfilm, der das Publikum trotz seines traurigen Themas mit einem wunderbar glückserfüllten Gefühl zurücklässt.»

Deutsche Film- und Medienbewertung, Prädikat «besonders wertvoll»

 

«Ein stiller, eindringlicher Dokumentarfilm, der den Tod nicht erklärt, sondern erfahrbar macht mit Respekt, Empathie und kluger Zurückhaltung. Er enttabuisiert ohne Effekthascherei und zeigt, wie menschlich und tröstlich der Umgang mit dem Sterben sein kann.»

Filmrezensionen.de

 

«Eine ruhige, respektvolle Reflexion über Sterben, Trauer und die Würde der Toten.»

Filmdienst

 

«Ein kompromisslos persönlicher, tragikomischer Dokumentarfilm über das Leben im Angesicht der Endlichkeit: ehrlich, schmerzhaft, manchmal absurd, oft berührend, immer relevant.»

freundederkuenste.de

 

«In präzisen Bildern, mit kluger Montage und sensibler Kamera entsteht ein Dokument des Übergangs: voller Trauer, aber auch voller Leben.»

Kinofest Lünen

 

«Ein Kunstwerk über das Sterben und den Tod von heute.»

Südwest Presse

 

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Feuer- oder Erdbestattung?

 

Einladung zum Antworten

 

Nach den vielen Meinungen und Kommentaren zum Film «Der Tod ist ein Arschloch» liegt es an uns, Fragen zu stellen und Antworten zu suchen: Was löst der Film bei uns aus? Welche Bedeutung hat er für uns? Was fangen wir mit ihm an? Meine persönliche Antwort: Nachdem ich über den Titel gestolpert bin und den Film zweimal angeschaut habe, kann ich nur sagen: Er ist für mich ein wunderbares, tiefsinniges, menschenfreundliches Loblied auf das Leben, von seinem Ende her gesehen.

Regie: Michael Schwarz, Produktion: 2025, Länge: 79 min, Verleih: Royal Film