H IS FOR HAWK

Fürs Leben engagiert: Nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der ihr die Erkundung der Natur und die Betrachtung der Vögel beigebracht hatte, beschliesst Helen, einen Habicht aufzuziehen. Im Lauf ihrer Annäherung an das Tierleben entfernt sie sich vom Menschenleben. Basierend auf dem autobiografischen Besteller «H IS FOR HAWK» von Helen Macdonald erzählt die Regisseurin Philippa Lowthorpe mit emotionaler und visueller Wucht eine Geschichte, die herausfordert, eigene Antworten und auch Fragen zu suchen. Ab 23. Juli im Kino
H IS FOR HAWK

 

 

 

Beim Vogel-Beobachten entdeckt Helen (Claire Fry) zwei seltene Habichte und ruft ihren Vater (Brendan Gleeson) an, einen Fotografen, der von ihrer Sichtung beeindruckt ist. Später am Tag diskutiert Helen, eine aufstrebende Naturwissenschaftlerin in Cambridge, mit ihrer Freundin Christina, ob sie eine prestigeträchtige Postdoc-Stelle in Deutschland annehmen soll. Dabei unterbricht sie der Anruf von Helens Mutter: Ihr Vater ist unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Eine wie betäubte Helen versucht, sich nichts anmerken zu lassen, ihre Freundin Christina (Denise Gough) bleibt bei ihr und Helen trifft ihre Mutter (Lindsay Duncan) und ihren Bruder James (Josh Dylan) im Krankenhaus, um sich von ihm zu verabschieden. Während Mutter und James sehr emotional reagieren, erinnert sich Helen im Stillen an liebevolle Momente mit ihrem Vater. Sie verbringt einige Zeit daheim und denkt auch zurück an ihre Kindheit, in der sie gemeinsam mit ihrem Vater Habichte aufspürte und andere Abenteuer in der Natur unternahm.

 

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Als Helen allein mit dem Habicht bei sich zu Hause ist, verunsichert sie zunächst dessen Schreckhaftigkeit. Doch nach einigen Tagen wird das Tier ruhiger. Helen nennt es Mabel, die Liebenswürdige, und kümmert sich gewissenhaft um es. Mit der wachsenden Bindung mit dem Tier verwahrlost sie selbst und distanziert sich zunehmend von den Menschen. Besorgt versucht Christina, Helen aus dem Haus zu locken und wieder für ihre Karriere zu begeistern. Doch diese fokussiert sich nur noch auf Mabel, während sie intensiv von ihrem Vater träumt. Stuart (Sam Spruell), ein Freund des Vaters, überzeugt Helen schliesslich, Mabel nach draussen zu bringen und jagen zu lassen.

 

Mit seiner Unterstützung bringt Helen Mabel aufs Land, wobei sie kurz in Panik gerät, Mabel könne für immer davonfliegen. Nach und nach zieht sich Helen auch von Christina zurück und widmet ihre Zeit und Energie ausschliesslich Mabel, was selbst Stuart beunruhigt. Als Helens Mutter und Bruder sie zu Hause besuchen, sind sie entsetzt über den verwahrlosten Zustand ihrer Wohnung und glauben, dass sie allmählich die Kontrolle über ihr Leben verliere. So schläft sie in einem Karton neben Mabel, als wäre sie selbst ein domestiziertes Wildtier. Am nächsten Morgen kommt Christina vorbei und tröstet sie. Die beiden erleben innige Momente, als sie gemeinsam durch die Fotoalben ihres Vaters blättern. Bei der Gedenkfeier hat Helen sich wieder gefasst und hält eine berührende Rede, zu der sie Fotos ihres Vaters zeigt und vor der Trauergemeinde gesteht, dass sie versuchte, ihren Vater in Mabel wiederzufinden, nun aber erkannt habe, dass er die ganze Zeit in ihr gewesen sei. Sie versöhnt sich auch mit ihrer Mutter und James.

 

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Director’s Statement

 

«Ich empfinde es als grosses Glück, von der Produzentin Dede Gardner auf ihre Reise mit dem Habicht eingeladen worden zu sein. Mein eigener Vater war Anfang desselben Jahres verstorben, und sobald ich «H IS FOR HAWK» gelesen hatte, Helen Macdonalds wunderschönen Bericht darüber, wie sie nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters einen Habicht trainierte, wusste ich, dass ich daran mitwirken möchte, jene kraftvolle, bewegende und wahre Geschichte auf die Leinwand zu bringen.

 

Ich verstand, was Helen durchgemacht hatte, und fühlte mich von der Idee angezogen, die tiefe Verbindung zwischen einem Vater und seiner erwachsenen Tochter zu erkunden. Da ich selbst aus einer Bauernfamilie stamme und wie Helen auf dem Land aufgewachsen bin, interessiere ich mich ausserdem für das Verhältnis der Menschen zur Natur und ihre transformierende Kraft, in einem noch ungezähmten Raum, der uns Antworten zu geben vermag, wenn wir nur bereit sind, nach ihnen zu suchen.

 

Dabei erwies sich Claire Foy als geborene Falknerin. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zum ersten Mal eine Aufnahme ihres Trainings sah: Wie sie mit einem grossen Habicht auf dem Arm über eine windgepeitschte Moorlandschaft schritt, hat mich zu Tränen gerührt. Zu beobachten, wie tief sie in die Rolle von Helen eintauchte und sie mit einer solch rohen und eindringlichen Ehrlichkeit verkörperte, bewegte mich. Ein Blick in ihr Gesicht gibt einem das Gefühl, direkt in ihre Seele zu schauen.

 

Brendan Gleeson verleiht seiner Rolle als Vater eine tolle Mischung aus Schalk, Wärme und Menschlichkeit. Zwischen ihm und Claire herrschte eine natürliche Chemie. Lindsay Duncan verkörpert Helens Mutter mit dem feinen Gespür einer besorgten Mutter, die erkennt, wie ihr Kind aus der Bahn gerät, ohne wirklich etwas dagegen tun zu können. Und Denise Gough, die Christina spielt, auch Helens beste Freundin im echten Leben, war mit ihrem trockenen Humor und ihren schlagfertigen Aussagen eine grosse Bereicherung für die Erzählung.

 

Die meisten unserer Zuschauer:innen werden noch nie zuvor einem Habicht begegnet sein, doch wir hoffen, dass sie sich in Helens Reise von Liebe und Verlust, von Heilung und Hoffnung wiederfinden und nicht zuletzt dazu inspiriert werden, selbst einen Spaziergang zu unternehmen und auf ihre eigene Weise eine Verbindung zur Natur herzustellen.»

 


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 Zum Schluss an den Anfang zurück

 

Wir Kinogänger sind uns gewohnt, dass Filme Fragen beantworten oder mindestens stellen. Das eine wie das andere suchte ich bei Philippa Lowthorpes Film. Ohne Erfolg, doch mit einem alten Schluss: Dieser Film lässt uns eintauchen in eine grossartige, wunderbare Welt eines Habichts, seinem Äusseren und seinem Inneren, uns ihm annähern mit Helen als Begleiterin und Führerin. Das komplexe Drehbuch, die magistralen Schauspieler:innen-Leistungen, die wegweisende Musik von Emilie Levienaise-Farrouch und die grossartige Kameraarbeit von Charlotte Bruus Christensen sind die Mittel zu diesem grossen Film.

 

Gewohnt sind wir uns auch, dass mit der Chronologie immer wieder Ursache und Folge definiert werden. Auch das geschieht hier nicht, obwohl oft zwischen den Zeiten gewechselt wird: Die Geschichte ist zeitlos und gilt allzeitig.

 

«H wie Habicht» ist, in meiner Wahrnehmung, ein Werk prallvollen, Tiefen und Höhen auslotendes Leben! So dass man das Gefühl verspürt, unser Puls und Herzschlag beginne, sich mit dem Puls und Herzschlag von Helen und Mabel und der anderen Figuren zu synchronisieren. Und was läuft eigentlich zwischen Helen und Mabel? Auf die Welt kommen! Das Leben starten! Was für alles und jedes in diesem Film gilt, meint der Satz, den die Tochter bei der Trauerfeier über ihren Vater gesagt hat: «Er war fürs Leben engagiert.» Also: Sie war fürs Leben engagiert. Es war fürs Leben engagiert.

 

Regie: Philippa Lowthorpe, Produktion: 2025, Länge: 115 min, Verleih: Filmcoopi