Neuheiten
- Cosmos
- Eine Welt aus der Sicht der Mayas: In einem vergessenen Dorf in Yucatan kreuzt die 68-jährige Lena, eine gebildete, einsame Witwe, den Weg des 62-jährigen Mayas Leon, der die Geheimnisse der Natur und der Geister hütet. Trotz ihrer Unterschiede entwickelt sich allmählich zwischen ihnen eine tiefe Verbindung, die Sinn stiftet. Ein philosophisches Märchen über das Alter und die essenzielle Kraft der Liebe. Der Westschweizer Regisseur Germinal Roaux schenkt uns mit «Cosmos» ein stilles, meditativ Meisterwerk wie von einer anderen Welt. Ab 24. Juni im Kino
- Love Life
- Liebe und Leben, japanisch: Eine Frau wohnt mit Mann und Sohn in einer Wohnung gegenüber dem Haus der Schwiegereltern, die ihre Ehe nie ganz akzeptiert haben. Als sie die Existenz einer ehemaligen Verlobten ihres Mannes entdeckt und der leibliche Vater ihres Buben auftaucht, beginnt «Love Life» des Regisseurs Koji Fukada sein aufreibendes und wunderbares Wechselspiel der Gefühle und Handlungen über das Leben, die Liebe, den Tod.
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Newsletter 219-2026
- A voix basse
- Leben im Flüsterton: Lilia hat sich in Paris ein eigenes Leben aufgebaut, fern von den Erwartungen ihrer Familie in Tunesien. Als sie zur Beerdigung ihres Onkels ins Elternhaus zurückkehrt, scheint die Zeit stillzustehen, und vieles bleibt unausgesprochen. Der Tod wirft Fragen auf, die niemand klären will. Je mehr sie nach Antworten sucht, desto tiefer gerät sie in ein Netz aus Schweigen und rätselhaften Andeutungen. Davon erzählt die Regisseurin Leyla Bouzid in ihrem Film «À voix basse». Ab 16. Juli im Kino
- Solomamma
- Muttersein ohne Partner: Edith, die Allein-Mutter, entdeckt die Identität des Samenspenders ihres fünfjährigen Sigurd, recherchiert, bis eine Verbindung entsteht, sie sich in Lügen verstrickt und ihr fragiles Leben ins Wanken bringt. «Solomamma», der Spielfilm der norwegischen Regisseurin Janicke Askevold, kann als banales Boulevardstück gelesen werden oder als tiefschürfendes Psychodrama über Frauen-, Männer-, Mutterrollen, Sexualität und Verantwortung, was ich hier versuche. Ab 11. Juni im Kino
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Newsletter 218-2026
- La Beauté de l’âne
- Aufleben im Erinnern: Die albanisch-schweizerische Regisseurin Dea Gjinovci kehrt mit ihrem Vater Asllan, der seit sechzig Jahren in Genf lebt, in sein Heimatdorf Makermal im Kosovo zurück, ein Dorf, das im Krieg zerstört wurde, von dem aber Erzählungen und Erinnerungen ein Weiterleben bieten. «La Beauté de l’âne», der poetische Dokumentarfilm darüber, taucht tief ein in die Vergangenheit dieser Menschen und wohl auch unser aller Menschsein. Ab 21. Mai im Kino
- Palestine 36
- Aufstand gegen Unterdrückung: 1936 steht Palästina am Beginn eines breiten Widerstandes gegen die britische Mandatsmacht, einer rasante Zunahme jüdischer Einwanderer und damit eines hoch komplizierten Konfliktes und eines historischen Wendepunktes, der das Schicksal des palästinensischen Volkes für immer prägen wird. Die palästinensisch-amerikanische Regisseurin Annemarie Jacir hat in ihrem Langspielfilm «Palestine 36» ein grossartiges, der Komplexität des Themas angemessenes Epos geschaffen über eine Leidensgeschichte, die leider nicht beendet ist. Ab 21. Mai im Kino
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Newsletter 217-2026
- Girls & Gods
- Feminismus und Religion: Der aktivistische, vielstimmiger Dokumentarfilm «Girls & Gods» von Arash T. Riahi und Verena Soltiz setzt sich mit Gläubigen, Religionskritiker:innen und theologischen Reformer:innen der drei monotheistischen Weltreligionen auseinander. Vorbildlich auch für Männer zu sehen, wie hier Frauen engagiert und tolerant, klug und humorvoll miteinander streiten. Begleitet von der ukrainischen Femen-Aktivistin Inna Shevchenko ermuntert der Film, heilige Ikonographien aus feministischer Sicht neu zu denken: eindrücklich und provokativ. Ab 11. Juni im Kino
- Unter Pflanzen
- Wie Pflanzen kommunizieren: Ein sinnlich-poetischer Film über die Beziehungen zwischen Pflanzen, Insekten und Menschen, und wie die Verflechtung von Wissenschaft und Kunst neue Perspektiven auf eine volatile Welt eröffnet. Die Schweizer Filmemacherin Antshi von Moos lädt uns mit ihrer Masterabschlussarbeit «Unter Pflanzen ‒ Ein Perspektivenwechsel» ein zum Staunen, Denken und Sinnieren: ein Muss der anderen Art, weil dieser Film-Essay zeigt, wie die Welt anders sein könnte und müsste. Ab 14. Mai im Kino
- Renoir
- Den Schmerz der anderen verstehen: In ihrem zweiten Spielfilm erzählt die japanische Regisseurin Chie Hayakawa eine Geschichte, deren Ursprung ihre eigenen schmerzhaften und verwirrenden Kindheitserlebnisse sind. Der Spielfilm «Renoir» stellt auf turbulente und provozierende Weise die Frage: Kann man den Schmerz anderer wirklich verstehen? Ab 28. Mai im Kino
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Newsletter 216-2026
- Die Nachrichten erwähnen täglich den Iran, einerseits als Land, das von USA und Israel vernichtet werden soll, andererseits, dass die Mullahs ihr eigenes Volk vernichtet wollen. Dies sind in Kurzform zwei Hintergründe des Filmes «Divine Comedy», auf den nachfolgend verwiesen und der in der Besprechung auf dieser Website besprochen wird. Wichtig scheint es mir deshalb, dass wir täglich möglichst objektive Medienberichte erhalten, wichtig zusätzlich, dass ein Filmemacher wie Ali Asgari aus diesem Land mit seinem Film die Tiefe dieser Welt auslotet.
- Divine Comedy
- Iranische Tragikomödie: Bahram ist ein gefeierter Regisseur, dem der Staat jedoch die Vorführung seines neuen Filmes in der Heimat verbietet. Gemeinsam mit seiner Produzentin Safad Asgari setzt er alles daran, den Film dennoch in ein Kino zu bringen. Eine feine und gleichzeitig radikale Satire ist «Divine Comedy», die daran erinnert, dass Kino und Lachen Akte des Widerstandes und der Aufklärung sein können. Der ebenfalls gefeierte Regisseur unseres Films, Ali Asgari, lacht mit seinem Film den Unterdrückern frontal und frech ins Gesicht. Ab 23. April im Kino, am Samstag, 25. April, mit dem Regisseur im Arthouse Piccadilly in Zürich.
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Newsletter 215-2026