Neuheiten

Ausgabe Newsletter 228-2026
Das geträumte Abenteuer
Archäologie des Lebendigen: Veska ist im bulgarischen Svilengrad aufgewachsen und kehrt mit Fünfzig als Archäologin dorthin zurück, um die Ausgrabungen einer mittelalterlichen Burg zu leiten. Als ihr früherer Kollege Said ebenfalls dort ankommt, um schnelles Geld zu machen, wird sie in die Schattenwelt der Grenzregion hineingezogen. Valeska Grisebach erkundigt mit ihrem Film «Das geträumte Abenteuer» das Leben an den Rändern Europas. Schicht für Schicht legt sie Vergangenes frei und zeichnet ein packendes Porträt der Balkanregion zwischen gestern und heute. Dafür erhielt sie hochverdient am Festival in Cannes den Preis der Jury. Ab 29. Oktober im Kino
Ausgabe Newsletter 227-2026
Imagine Peace
Frauen für den Frieden: Das Leben und Vermächtnis der hundertjährigen Friedensaktivistin Edith Ballantyne erinnert daran, dass Frieden möglich ist, wenn wir ihn gemeinsam schaffen. Der Schweizer Filmemacher Fabian Chiquet hat dies am Kriegsgeschehen und den Friedensbemühungen dieses Jahrhunderts im Dokumentarfilm «Imagine Peace» durchgespielt: erschütternd, traurig, hoffend, aufklärend, grossartig und die Welt umspannend. Ab 22. Oktober im Kino
Ausgabe Newsletter 226-2026
Queen at Sea
Die grossen Fragen um Demenz: Ein provokatives und gleichzeitig einfühlsames Drama, das die Selbstbestimmung einer an Demenz erkrankten Person und ihre Fähigkeit für sexuelle Handlungen hinterfragt. Der Film «Queen at Sea» des US-Amerikaners Lance Hammer reisst einen hin und her und fasziniert gleichzeitig mit dem grossartigen Spiel der Protagonist:innen. An der Berlinale 2026 erhielt der Film zu Recht den Silbernen Bären. Ab 29. Oktober im Kino Ab 15. Oktober im Kino
Alte Liebe
Schon lange verheiratet: Seit seiner Pensionierung meckert Harry nur noch rum, trinkt Weizenbier und pflegt seinen Rittersporn, findet Lore. Sie klammert sich an ihren Job als Bibliothekarin, organisiert peinliche Lesungen und verehrt ihre Dichter wie Propheten, findet Harry. Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort, diesmal basierend auf dem Bestseller «Alte Liebe» von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder, der eine unterhaltsame, kluge und lebensnahe Liebesgeschichte über ein Paar nach vierzig Jahren Ehe erzählt. Ab 15. Oktober im Kino
Frank & Louis
Menschenwürde im Gefängnis: Frank, der eine lebenslange Haftstrafe verbüsst, übernimmt die Aufgabe, den an Alzheimer erkrankten älteren Mitinsassen Louis zu betreuen , um seine Aussichten auf vorzeitige Entlassung zu verbessern. Was als eigennütziger Versuch beginnt, entwickelt sich zu einer tiefen Beziehung mit seinem Mitgefangenen – und schenkt beiden Männern neue Hoffnung und Würde. Mit «Frank & Louis» schuf Petra Volpe ihren ersten englischsprachigen, grossartig gecasteten und inszenierten Spielfilm. Ab 22. Oktober im Kino
Ausgabe Newsletter 225-2026
Wenn die Erinnerung verblasst
Der Demenz mit Würde begegnen: Seit elf Jahren lebt Birgitta Martensson mit Alzheimer. Sie weiss genau, was sie erwartet, war sie doch lange Jahre Direktorin von «Alzheimer Schweiz». Mit Offenheit und Humor ringt sie um Selbstbestimmung, obwohl ihr die Kontrolle über ihr Denken und Handeln zunehmend entgleitet. Die beiden Filmemacherinnen Marianne Pletscher und Martina Rieder haben mit ihrem Film «Wenn die Erinnerung verblasst» ein intimes und berührendes Portrait dieser Frau und generell einen Exkurs über Autonomie, Freundschaft und Würde geschaffen: eine Liebeserklärung an das Leben. Vorpremiere am 7., Kinostart am 15.Oktober.
Naza
Das System des Tötens: In geheimen Gesprächen auf den Dächern von Tel Aviv werden die Mechanismen hinter Israels gezielten Massenmorden an palästinensischen Zivilisten im Gazastreifen von den Männern enthüllt, die sie entwickelt und betrieben haben. Der Film «Naza» von Yuval Abraham und Rachel Szor, mit israelischen Ex-Soldaten und Offizieren, vertieft, was Journalisten bereits aufgedeckt hatten: wie Menschen die Entmenschlichung anderer durchführen. Am Venedig Film Festival gewann der Film den Spezialpreis der Jury und wurde mit einer 25-minutigen Standing Ovation verdankt. Ab 1. Oktober im Kino
Dua
Teenager im Kosovo-Krieg: Während der Krieg am Ende der 1990er-Jahre näherrückt und die ethnischen Spannungen eskalieren, ringt die dreizehnjährige Dua darum, ihren Platz bei den Gleichaltrigen und ihr Glück bei sich selbst zu finden. Zwischen allgegenwärtiger Gewalt und Angst vor der Flucht bleibt kaum noch Raum für stille Momente zum Erwachsenwerden. Blerta Basholli schuf mit «Dua» ein eindringliches Dokument über die wenig bekannte Situation vor dem Krieg. Ab 15. Oktober im Kino
Ausgabe Newsletter 224-2026
Moscas
Wenn einsame Menschen sich begegnen: Olga führt ein streng geregeltes Leben ohne Freundschaften und wohnt in einem Wohnblock. Als sie in finanzieller Notlage ein Zimmer untervermieten muss, zieht ein Mann ein, der auch seinen Sohn in die Wohnung schmuggelt. Unerwartet baut sich zwischen der älteren Frau und dem Jungen eine Beziehung auf, und ihre sorgfältig kontrollierte Welt verwandelt sich. Die drei Leben beginnen sich zu verflechten. Fernando Eimbcke hat mit «Moscas» darüber einen berührenden, stillen Film gedreht. Ab 8. Oktober im Kino
Freedom. Le destin de Shewit
Von Eritrea in die Schweiz: Um Unterdrückung und quälender Vergangenheit zu entkommen, floh die junge Shewit unter Lebensgefahr aus Eritrea. Mit 15, nach dreijähriger Odyssee und Gefängnis in Libyen, erreichte sie das Land ihrer Hoffnung. Die Genferin Cineastin Anne-Frédérique Widmann hat über diese Reise den Dokumentarfilm «Freedom. Le destin de Shewit» gedreht: fesselnd und tief berührend, notwendig, weil er auch für viele andere gilt, wunderbar, weil er hoffen lässt. Ab 6. Oktober im Kino