Neuheiten

Ausgabe Newsletter 224-2026
Moscas
Wenn einsame Menschen sich begegnen: Olga führt ein streng geregeltes Leben ohne Freundschaften und wohnt in einem Wohnblock. Als sie in finanzieller Notlage ein Zimmer untervermieten muss, zieht ein Mann ein, der auch seinen Sohn in die Wohnung schmuggelt. Unerwartet baut sich zwischen der älteren Frau und dem Jungen eine Beziehung auf, und ihre sorgfältig kontrollierte Welt verwandelt sich. Die drei Leben beginnen sich zu verflechten. Fernando Eimbcke hat mit «Moscas» darüber einen berührenden, stillen Film gedreht. Ab 8. Oktober im Kino
Freedom. Le destin de Shewit
Von Eritrea in die Schweiz: Um Unterdrückung und quälender Vergangenheit zu entkommen, floh die junge Shewit unter Lebensgefahr aus Eritrea. Mit 15, nach dreijähriger Odyssee und Gefängnis in Libyen, erreichte sie das Land ihrer Hoffnung. Die Genferin Cineastin Anne-Frédérique Widmann hat über diese Reise den Dokumentarfilm «Freedom. Le destin de Shewit» gedreht: fesselnd und tief berührend, notwendig, weil er auch für viele andere gilt, wunderbar, weil er hoffen lässt. Ab 8. Oktober im Kino
Ausgabe Newsletter 223-2026
Das unendliche Jetzt
Die Mauer zur Demenz durchbrechen: Was passiert mit Menschen, die an Demenz erkranken und sich dessen bewusst werden? Und was erleben wir, wenn sie damit szenisch spielen und alles zur Sprache bringen? Mit dem Film «Das unendliche Jetzt» wagt der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics einen Schritt ins Unbekannte, wo das Vergessen zur Freiheit wird. Jeder Satz, jedes Wort, jede Bewegung im Film entstand im Moment des Drehs. Die Beteiligten nahmen es selbst in die Hand und zeigen, was sie bewegt, wohin es sie treibt und worüber sie lachen. Ab 1. Oktober im Kino
Salvation
Tödliche Träume: Mit «Salvation» schuf der türkische Regisseur Emin Alper eine packende politische Allegorie als Thriller. Das vielschichtige Werk, in Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet, entlarvt schonungslos, wie Populismus Gemeinschaften spaltet, Korruption Menschenrechte vernichtet und der Krieg nicht endet wie einst bei Kain und Abel. Ab 10. September im Kino
Ausgabe Newsletter 222-1926
Tristan Forever
Eine Odyssee ans Ende der Welt: Jahre lang pflegte ein Arzt aus Paris Freundschaften mit Bewohnern von Tristan da Cunha, der abgelegensten bewohnten Insel. Nun reist er mit dem Plan ab, für immer dort zu bleiben. Mit ihrem stillen und dennoch radikalen Film «Tristan Forever» führen uns der Schweizer Filmer Tobias Nölle und der Franzose Loran Bonnardot an einen utopischen und dennoch realen Ort hinter den Horizonten. Ab 17. September im Kino
A Sad and Beautiful World
Zu den Sternen: Der Spielfilmerstling «A Sad and Beautiful World» des libanesischen Regisseur Cyril Aris ist eine packende, perfekt inszeniert und gespielte Liebesgeschichte über drei Jahrzehnte, in der sich die wechselhafte Geschichte des Libanon spiegelt und in vielen Belangen den Zustand unserer heutigen Welt in einer furiosen Montage beschreibt. Ab 20. August im Kino
Soudain
Hinein in den Garten der Freiheit: Der Film «Soudain» des japanischen Meisterregisseurs Ryusuke Hamaguchi erzählt von der französischen Heimleiterin Marie-Lou, deren Leben durch die Begegnung mit der japanischen Regisseurin Mari Morisaki nachhaltig geprägt wird. Sein Film wurde 2026 am Filmfestival von Cannes uraufgeführt und dort mit Preisen für die beiden Protagonistinnen belohnt, in Locarno in diesen Tagen nochmals für Virginie Efira. Ab 27. August im Kino
Ausgabe Newsletter 221-2026
La Hija Cóndor
Gebären zwischen Tradition und Fortschritt: Hoch oben in den majestätischen Anden wächst Clara in einer indigenen Gemeinschaft auf und begleitet ihre Ziehmutter zu Hausgeburten. Mit ihrer schönen Stimme und rituellen Gesängen hilft sie, neues Leben auf die Welt zu bringen. Während sie tief in den Ritualen verwurzelt ist, spürt sie zugleich die Sehnsucht nach einem Leben in der Stadt. Als Ärzt:innen das alte Wissen zunehmend infrage stellen und für Geburten in Kliniken werben, gerät Clara in einen Zwiespalt. Mit überwältigenden Tableaus erzählt der Bolivianer Olmos Torrico in «La Hija Cóndor», seinem zweiten Spielfilm, von Tradition, Identität und Mut, der eigenen Stimme zu folgen. Ab 2. Juli im Kino
H IS FOR HAWK
Fürs Leben engagiert: Nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der ihr die Erkundung der Natur und die Betrachtung der Vögel beigebracht hatte, beschliesst Helen, einen Habicht aufzuziehen. Im Lauf ihrer Annäherung an das Tierleben entfernt sie sich vom Menschenleben. Basierend auf dem autobiografischen Besteller «H IS FOR HAWK» von Helen Macdonald erzählt die Regisseurin Philippa Lowthorpe mit emotionaler und visueller Wucht eine Geschichte, die herausfordert, eigene Antworten und auch Fragen zu suchen. Ab 23. Juli im Kino
Becaària
In einem Tessiner Dorf: Der 16-jährige Mario steht irgendwo zwischen Jugend und Erwachsen. In der Schule, im Leben und mit dem Vater ist vieles im Wanken. Für den Sommer wird er deshalb in die Berge geschickt, um in der Landwirtschaft zu arbeiten. Dort begegnet er einer Welt, in der die Natur den Rhythmus vorgibt, entdeckt Verantwortung, neuen Lebenssinn und trifft Prisca, seine erste Liebe – Erfahrungen, die seine Sicht und Zukunft nachhaltig verändern. Das alles und mehr erzählt Erik Bernasconis Film «Becaària» (Faulpelz) unterhaltsam und einfühlsam. Ab 20. August im Kino
L’Inconnu de la Grande Arche
Eine Vision unter Druck: Als der französische Präsident François Mitterrand 1983 den Namen des Gewinners eines hochdotierten Architekturwettbewerbs bekannt gibt, ist das Erstaunen gross: Niemand kennt den 53-jährigen dänischen Architekten. Fortan ist dieser im Pariser Viertel La Défense verantwortlich für den Bau des symbolträchtigen Gebäudes La Grande Arche, auf der Achse von Louvre und Arc de Triomphe. Der Film «L’Inconnu de la Grande Arche» von Stéphane Demoustier zeigt umfassend und tiefgründig die Komplexität der Realität und die Unwägbarkeiten der Politik bei der Realisierung des grossen Werkes. Ab 9. Juli im Kino