Neuheiten

Tótem
Eine Liebeserklärung an das Leben: Die mexikanische Regisseurin Lila Avilés schuf mit ihrem zweiten Spielfilm «Tótem» ein herzerwärmendes und tief menschliches Grossfamilienporträt, in dem sich Leben und Tod auf grossartige Weise begegnen. Ab 7. Dezember im Kino
The Old Oak
Wege und Umwege zur Gemeinschaft: Mit «The Old Oak», seinem vielleicht letzten Film, beschenkt uns der 87jährige Ken Loach, der grosse Filmchronist der britischen Arbeiterklasse, mit einem berührenden und bewegenden Drama des Lebens der Bevölkerung eines britischen Dorfes und einer syrischen Flüchtlingsgruppe.
Ausgabe Newsletter 171-2023
About Dry Grasses
Sperriges und Tiefsinniges über Beziehungen: Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan hat mit «About Dry Grasses» wieder einen langen, sperrigen, tiefen und vieldeutigen Film geschaffen. Das klingt langweilig und anstrengend, ist aber ungemein dicht, intensiv und aufregend. Wer sich auf diesen Autor einlässt, wird reichlich belohnt.
Anatomie d'une chute
Ein sanfter Sturz in die Wahrheit: Justine Triet nimmt uns mit ihrem fesselnden Drama «Anatomie d’une chute» mit an einen Gerichtsprozess, in eine Paarbeziehung und schliesslich an die Grenze der Wahrheitssuche: in Justiz, Psychologie und Philosophie. Ab 9. November im Kino
Hirtenreise ins dritte Jahrtausend
Heimatfilm, der nach dem Sinn fragt: «Hirtenreise ins dritte Jahrtausend» heisst der ausgezeichnete Dokumentarfilm von Erich Langjahr aus dem Jahre 2002, der restauriert und digitalisiert wieder in die Kinos kommt und uns damalige und zukunftsweisende Fragen neu diskutieren lässt. Ab 30. November im Kino
Ausgabe Newsletter 170-2023
Fremont
Aus der Glückskeks-Maschine: Babak Jalalis «Fremont» ist ein Flüchtlingsfilm der besonderen Art; er erzählt wie Kaurismäki oder Jarmusch. Entstanden ist ein Juwel: schön und lakonisch die Bilder, fein und scharmant die Darstellenden – das wohl bei vielen neue Saiten des Wahrnehmens zum Klingen bringt.
Polish Prayers
Eine polnische Konversion: Als traditioneller Katholik vertritt der 22-jährige Antek erzkonservative Werte, bis ihm mit der ersten Liebe Zweifel kommen, zunächst am Verbot des vorehelichen Sex und schliesslich an Gottes Existenz. Vier Jahre lang begleitete Hanna Nobis für ihren Film «Polish Prayers» den jungen Mann – was uns auch über die politisch-ideologische Situation Polen informiert. Ab 1. November im Kino
Blackbird Blackbird Blackberry
Eine Frau geht ihren Weg: Die georgisch-schweizerische Regisseurin Elene Naveriani stellt uns in ihrem Spielfilm «Blackbird Blackbird Blackberry» mit grosser Lakonie und viel Herz eine Frau vor, die sich in der herrschenden Männergesellschaft ihre Freiheit nimmt. Die kluge Regie und das eindrückliche Spiel der Protagonistin lassen uns ihren Weg nachverfolgen. Ab 26. Oktober im Kino
La Chimera
Wunderbar vieldeutige Lebensläufe: Alice Rohrwacher erzählt in «La Chimera» Kurz- und Kürzest-Geschichten, welche sich nicht zu einer eindeutigen Botschaft bündeln lassen, sondern uns einladen, damit unsern persönlichen Film zu erfinden. Ein Film in magischen Phantasmagorien und kritischem Realismus.
Ausgabe Newsletter 169-2023
Les filles d'Olfa
Eine Ode an die Frau: Kaouther Ben Hania erzählt im Film «Les filles d’Olfa» die wahre Geschichte einer Mutter, deren zwei älteste Töchter verschwunden sind. Um sich dieser Familiengeschichte und den Entwicklungen in Tunesien mit der nötigen Distanz zu nähern, lässt sie drei Schauspielerinnen auftreten und verwebt in einer meisterlich fesselnden Inszenierung Dokument und Fiktion. Ab 5. Oktober im Kino
20’000 Especies de Abejas
Als Junge sterben, als Mädchen geboren werden: In «20’000 Especies de Abejas», dem berührenden Spielfilmdebüt der Spanierin Estibaliz Urresola Solaguren, lassen uns Frauen aus drei Generationen das Thema Geschlechtsidentität auf sensible und aufgeklärte Art erleben und verstehen.
Mami Wata
Voodoo-Legende als Gleichnis der Weltgeschichte: In einem afrikanischen Dorf verehren die Menschen die Göttin Mami Wata und suchen Rat bei Mama Efe, ihrer Vertreterin auf Erden. Weil an deren Kräften gezweifelt wird, sollen ihre Töchter diese Aufgabe weiterführen. Der Nigerianer C. J. Obasi und seine Kamerafrau Lilis Soares schufen mit «Mami Wata» ein ästhetisches und ethisches Meisterwerk voll Spiritualität und Grösse. Ab 21. September im Kino